Einführung zum Livestream-Konzert des Rundfunk-Sinfonie-Orchesters des Hessischen Rundfunks am 10. Juni 2021


Giuseppe Sammartini: Konzert für Oboe D-Dur


Giuseppe Sammartini Giuseppe Sammartini (* 1695 in Mailand, † 1750 in London)

Giuseppe Sammartini kam als Sohn des aus Frankreich stammenden Oboisten Alexis Saint-Martin zur Welt und war ein Bruder des bekannteren Komponisten Giovanni Battista Sammartini, den man auch als „Mailänder“ Sammartini bezeichnet. Er ging nach seiner Tätigkeit als Oboist im Orchester des Mailänder Regio Ducal Teatro um 1728 nach London. Deshalb wurde er später „Londoner“ Sammartini genannt. Er wurde Oboist im Haymarket-Orchester. Unter Georg Friedrich Händel spielte er dessen Serenata Il Parnasso in festa, die ein speziell für ihn komponiertes Oboen-Solo enthielt. Als ausgezeichneter Oboenvirtuose unterrichtete er u.a. den ältesten Sohn von König Georg II., Friedrich Ludwig, Prince of Wales und einen der besten englischen Oboisten, Thomas Vincent. Seine Kompositionen, Sonaten oder Konzerte für das eigene Instrument, aber auch Concerti grossi, waren zunächst nicht sehr verbreitet. Viele seiner Werke wurden erst nach seinem Tod veröffentlicht, stießen dann allerdings auf großen Zuspruch und wurden bis ins 19. Jahrhundert in den Concerts of Ancient Music gespielt.



Konzert für Oboe D-Dur (1734)

Orchesterbesetzung: Solo-Oboe Continuo (mit Cembalo) - Streicher
Sätze: 1. Allegro, 2. Adagio, 3. Allegro
Spieldauer: ca. 12 Min.

Giuseppe Sammartinis Konzert verarbeitet die Errungenschaften der barocken italienischen Instrumentalmusik und knüpft weit weniger deutlich an den galanten Stil seines jüngeren Bruders an. Kontrapunktische Modelle, weitgreifendere Harmonik und rhythmische Vielfalt ergänzen die melodische Erfindung. Damit erreicht Sammartini ein wenig mehr Tiefgang als viele seiner Zeitgenossen, die mit Galanterie und Simplizität glänzen.


Fabio Biondi

Leitung: Fabio Biondi

Er wurde 1961 in Palermo geboren und ist Geiger und Dirigent. 1990 gründete Biondi das Ensemble Europa Galante. Damit spezialisierte er sich auf die leichte italienische Unterhaltungsmusik des 18. Jahrhunderts. Von 2005 bis 2016 war Biondi künstlerischer Leiter für Barockmusik beim Stavanger Symphony Orchester. Er dirigierte das Orchestre Philharmonique de France, das Chicago Symphony Orchestra, das Mozarteumorchester Salzburg, das Mahler Chamber Orchestra, das Zürcher Kammerorchester und andere mehr. Von 2015 bis 2018 war er musikalischer Leiter am Palau de les Arts Reina Sofía in Valencia. Das vorliegende Programm hat er zum Teil verändert durch ähnliche Werke seit etwa 20 Jahren an vielen Orten und mit anderen Orchestern wiederholt.

Nicolas Cock-Vassiliou

Oboe: Nicolas Cock-Vassiliou

Er wurde 1981 in Paris geboren und begann im Alter von acht Jahren Oboe zu spielen. Er studierte am Pariser Conservatoire bei Jacques Tys und Maurice Bourgue. In der Orchesterakademie der Oper Zürich sammelte Nicolas Cock-Vassiliou erste Berufserfahrung und war ab 2007 Solo-Oboist des Orchestre National des Pays de la Loire, bevor er 2010 als Solo-Oboist ins hr-Sinfonieorchester wechselte. Daneben ist Cock-Vassiliou u.a. Dozent der Orchesterakademie des hr-Sinfonieorchesters, des Landesjugendsinfonieorchesters Hessen und des Cyprus Youth Symphony Orchestra. Zusätzlich studierte er Barockoboe in Paris, Basel und Urbino bei Marcel Ponseele und Alfredo Bernardini und musiziert als Gast-Oboist in renommierten Orchestern, darunter das Gewandhausorchester Leipzig, das Orchestre National de France, die Bamberger Symphoniker und das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin.